Freitag, 11. November 2016

Rauchfrei mit e-Zigarette - Selbstversuch mit bePosh

Kann man dem Zwang der Nikotinsucht bekämpfen und mit einer e-Zigarette rauchfrei werden? Ich mache den Selbstversuch. Mit allen Leiden, Erfahrungen, Kosten und was sonst noch so dazu gehört. Mehr dazu in in diesem Artikel.


Nichtraucher mit e-Zigarette? Der Selbstversuch.

Eine "wunderbare" Raucherkarriere

Als Karriere kann man das wohl kaum bezeichnen, wenn man schon in der Schule mit den verdammten Kippen anfängt. Jetzt mit knapp 43 Jahren muss ich sagen, dass 14 bzw. 15 deutlich zu früh war. Also knapp 30 Jahre mit Kippe im Mundwinkel. Schon damals rauchte ich nur das, was andere mir nicht wegrauchen wollten. Schnorrer hatte ich durch Juwel, Karo, Salem etc. frühzeitig von der üblichen Bettelei unter Jugendlichen abgehalten. Dafür waren die auch deutlich stärker und geschmackloser als übliche f6, Cabinet und Co. Später kamen mal zeitweise ein paar Billig-Zigarillos dazu und seit vielen Jahren drehe ich, schon durch die deutlich geringeren Kosten, selbst.

Das Geld ist es also wirklich nicht. Die Dose PallMall black kostet mich zur Zeit 14 Euronen und ich komme damit, so ich denn alleine den Stoff verpaffe, knapp eine Woche. Filterhülsen und Blättchen. Na ja. Nicht der Rede wert. Selbst alle halbe Jahre mal eine neue Drehmaschine für 6 Euro machen den Kohl jetzt auch nicht fett. Dafür gehen aber gut 50 bis 60 selbstgedrehte täglich drauf. Natürlich ist das entschieden zu viel. Das werden wir jetzt mal ändern.

Aufhören! Nur wie?

Mindestens die letzten 18 Silvesternächte stand der Wunsch zum "Rauchfrei in das Neue Jahr" ganz oben auf der Liste. Klappt nur nicht. Warum nicht? Weil man, selbst nach ausreichend viel Schlaf, spätestens um 16:00 Uhr wieder zum Glimstengel greift. Selbst zwischendurch gab es den Wunsch und ein paar Versuche. Diese endeten allerdings auch meistens nach 12 Stunden mit ner Kippe und dann mit noch einer und dann mit der gewohnten Regelmäßigkeit. Seit einigen Wochen reduziere ich die Teermenge durch sogenannte Nicobuster - kleine Aufsteckplastik für den Filter, der den Teer sammeln soll. Bis zu 5 Zigaretten kann man mit einem Buster rauchen, doch die selbstgedrehten sind zu heiß und nach 5 läuft das aufgefangene Teer aus dem Plastik heraus und man hat es im Mund. Eklig und keinesfalls die Ideallösung. Irgendwie schwierig.
Kann es mit einer e-Zigarette funktionieren?

Was bisher geschah:

Also mehrere gescheiterte Versuche, ein leichter Herzkasper Ende April in diesem Jahr und ein Freundes- und Bekanntenkreis, der immer mehr zu "Dampfern" wird. Dazu die Erkenntnis, dass der Job "mit ohne" Zigarette durchaus leichter werden könnte und die Leistungen beim Lieblingshobby Fahrradtouren und Radsport auch noch besser werden.

Warum bin ich noch nicht e-Dampfer?
Die Geräte sind relativ teuer. Ob nun ePen oder eShisha oder was auch immer. Zudem gefällt mir persönlich die Technik nicht und man hörte bisher immer von "teure Verdampferköpfe" tauschen, teure Liquids. Ich will, bzw. wollte, nicht enorme Geldmengen in ein Experiment versenken. Zudem will ich kein 20cm langen Stab in der Tasche haben und mir die Hosentaschen zerpieken oder so einen Geräteklotz, wie Freunde das benutzen. Dann könnte ich auch bequem weiterrauchen und alles ist gut. Deshalb wurde die e-Zigarette von mir bisher also immer umgangen. Und wie bereits erwähnt: Am Geld für den "Rauchgenuß" liegt es nicht.

 Was will man (ich) mit der bePosh e-Zigarette erreichen?

  • Natürlich die Reduzierung des Nikotinkonsums - möglichst bis auf Null
  • Verzicht auf die üblichen Nebengiftstoffe der gewöhnlichen Zigaretten
  • Keine verrauchten Klamotten mehr
  • ein andererer Rauchgeschmack
  • Keine Krümel von der Drehmaschine am Arbeitsplatz und natürlich auch...
  • keine abgerissenen Filterhülsenschnipsel am Computer.
  • einen leeren Aschenbecher. 
  • mehr sportliche und berufliche Kondition
  • Verzicht auf die e-Zigarette
Zu den positiven Körperveränderungen als Nichtraucher brauch ich mich an dieser Stelle ja nicht auslassen. Das ist soweit ja alles bekannt und im Netz auch an unzähligen Stellen auffindbar.

Der Selbstversuch mit be posh e-Zigarette


Eher zufällig stieß ich in einer kleinen Postfiliale auf be posh e-Zigaretten. Das Einweg-Testgerät gibt es für 2,99€. Spontan kaufte ich es und testete das kleine Gerät später.

Die TryMe-e-Zigarette von be posh war somit meine erste e-Zigarette. Wird es mein Einstieg als Dampfer und Begleiter bei der Rauchentwöhnung? Die abgebildete TryMe enthält 8ml Nicotin. Da ich gewöhnlichen Tabak ja schon kenne, entschied ich mich mal für den Geschmack Smooth Tobacco.

1. Erfahrung: Ups. Lecker. 2. Erfahrung: Dampfen lernen! Durch die bisherigen Rauchgewohnheiten und das Material zog ich natürlich gleich zu oft und zu stark. Ein Geschmack wie Nicorette-Nicotinkaugummi im Mund. Nicht besonders reizvoll.
3. Erfahrung: Es ist leicht, zur e-Zigarette zu greifen, statt sich einen Glimmstengel zu basteln. Den Rest der Arbeitszeit bzw. bis in den späten Abend hinein, gab es keine "normale" Zigarette mehr. Erst gegen 22:00 Uhr zeigte das Testgerät, dass es leer ist. Warum so schnell schon leer? Falsche Rauchweise. Zuviel. Zu schnell. Zu stark.

Jetzt wäre es toll, wenn man ein aufladbares und nachfüllbares Gerät hätte. 
Was mir bis hier aber besonders gefiel war die Optik. Das be posh-Gerät sieht aus wie eine Zigarette. Nichts erinnert an einen überlangen Pritt-Stift oder eine Akkubox mit Ansatz, woran andere so nuckeln.

Die Webseite des Herstellers be posh. zeigte mir hier in der Nähe einen anderen Händler. Dieser hatte offensichtlich nur den Displayständer abverkauft und nicht wieder nachbestellt. Also am nächsten Morgen wieder zum Postshop.


Das benutzbare Dauergerät von be posh nennt sich Select und ist das Starterset. Es enthält zwei 16ml-Tabak-Liquids, einen USB-Ladeadapter und die e-Zigarette.

Alles in einer kleinen Plastikbox, gerade so groß wie eine Schachtel Fahrradflickzeug oder anders ausgedrückt, ca. 1cm kleiner als ein iPhone 5 und dafür doppelt so dick. Kann man gut transportieren. Das sieht sehr smart aus. Der Startpreis liegt bei geschmeidigen 14,99€. Das liegt weit unter dem der bekannten Mitbewerber. Dafür verzichtet man auf ein befüllbares Gerät und braucht auch keine Verdampfer tauschen. Dieser soll bis zum Ende des Ladezyklus halten.

Das Gerät muss vor der 1. Benutzung 4 bis 6 Stunden geladen werden. Das war jetzt zwar nicht, was ich unbedingt wollte, doch es ging ja nicht anders. Erfreulicherweise war es nach 90 Minuten schon erledigt. Dafür lässt es sich dann, so der Hersteller, bis 200x aufladen und mit einer Ladung soll man gut über den Tag kommen. Wir werden sehen.

4x Liquids kosten 9,99€ und entsprechen 4 BigBox-Zigaretten. Ich entschied mich mal testweise für Apfelgeschmack mit 8ml Nicotin. 7 weitere Sorten in unterschiedlichen Nicotinstärken gibt es auf der Webseite und in den Weiten des Internet.

Also preislich wäre der Umstieg mit einer e-Zigarette von be posh eine günstige Begleiterscheinung. Wer will schon 40 Euro oder mehr für ein Dampfgerät ausgeben? Wohl nur der, der auch weiterdampfen will. Mir geht es aber vielmehr um: a) Rauchentwöhnung und Nicotin und danach natürlich auch um die b) vollständige Dampfentwöhnung.

Was sagt das Netz? 

Natürlich informiere ich mich über Produkte vorher. Gemäß den eigenen Vorgaben an den Einstieg in die Dampferei, schien dieses Gerät für mich erstmal optimal.
Die Netzgemeinde, jedenfalls die einschlägigen Dampfseiten, lassen an dem Gerät allerdings nicht allzu viel Gutes. Zu schwacher Akku, zu wenig Leistung im Verdampfer, nicht wechselbare Mundstücke, kein Kick beim Dampfen, wenig Geschmack, wenig Auswahl an Liquids. Einzig für Zwischendurchdampfer und Leute, die nicht Liquids nachfüllen und Mundstücke reinigen wollen, gibt es dort für dieses Gerät eine Empfehlung.

Ist der Einstieg deshalb schon gescheitert? Bis jetzt noch nicht. In den Updates gibt es in loser Reihenfolge mehr Gründe für die Mini-Dampfe.

Updates:

Der 1. Tag - Im Grunde war der 1. Tag auch der Kauftag des TryMe Testproduktes. Während der Arbeit schnell zwei Züge durchdampfen und weiterfahren. Das ging so die ganze Schicht lang und entsprechend mit enormer Zeitersparnis und ohne echten Qualm. Im Grunde hat das Testgerät schon die normalen Zigaretten in der Tasche gelassen. Am Abend noch zwei normale Zigaretten zur "Belohnung". Natürlich hier auch die falsche Einstellung dafür, aber es zeigte doch, dass es funktionieren könnte.

Der 2. Tag - Ups. Die Kippe am Morgen ist derzeitig wohl nicht durch einen schwachen Dampf zu ersetzen. Die Zweite auch nicht und die Dritte auch nicht. Erstmal wach und mit Koffein vollgeschüttet, geht dann auch das Dampfgerät. Tagsüber dann nur noch Dampf. 3 "normale Reservezigaretten" blieben bis zum Abend in der Tasche. Scheint zu funktionieren.


Nach einer Woche Nutzung ist mir die 16ml-Kapsel Tabak noch nicht zu stark. Allerdings macht die Apfelnote auch nicht soviel her. Neue Liquids müssten dringend mal getestet werden. In der TryMe war Smooth Tobacco. Das war noch richtig lecker. Die Selbstgedrehten sind vom Tisch noch nicht ganz verbannt. Reserve ist immer in der Tasche, doch die Vorratsdose der Drehbox leert sich nur noch langsam.
Inzwischen habe ich dann auch mal einen Test mit 0% Nicotin und einem anderen Geschmack gemacht. Es funktioniert. Jedenfalls während der Arbeit. Es ist nur die Gewöhnung an die Angewohnheit, etwas anderes als klare Luft einatmen zu können. Die Abhängigkeit scheint bei mir eine Abhängigkeit von den Gewohnheiten zu sein und weniger vom Stoff. Oder ich bekomme das Gehirn noch gut ausgetrickst.

Hinweis: Auch wenn ich mich für ein Startprodukt entschieden habe und es hier teilweise genauer vorstelle, wird dieser Artikel in keiner Weise vom Hersteller in irgendeiner Form gesponsort oder meine Person anderweitig unterstützt.

(c) Bilder privat